02.11.2020

Η ξυλοκόπηση ενός 5χρονου και η Επανελλήνιση

 Ό,τι άχρηστο ή μάλλον επικίνδυνο παράγουν τα εκπαιδευτήρια της Ρωμιοσύνης, καταλήγει στα έδρανα της κυβέρνησης. Η Ελλάδα δεν κυβερνάται απλά από ξένο προς τον Ελληνισμό σύστημα (κοινοβουλευτισμός) αλλά, επιπλέον, από ξένους προς την Αρετή ανθρώπους που δεν διστάζουν να χτυπήσουν εκείνους που υποτίθεται πρέπει να προστατεύουν.
Το σύστημα «Χρυσοχοΐδης» είναι απλώς μία από τις πολλές εκδηλώσεις της επικρατούσας παραπαιδείας. Το πρόγραμμα εκβαρβαρισμού, που ανέδειξε το σύστημα «Χρυσοχοΐδης», δεν είναι καινούριο. Από την εποχή του Ιουστινιανού (482-565) θερίζει ό,τι αποπνέει πολιτισμό.

1500 χρόνια, λοιπόν, και δεν λέει να σταματήσει η κατρακύλα.
Το Ρωμαίικο έχει πλήθος συνωμοσιόπληκτων, θερμοκέφαλων και πολιτικά αναλφάβητων που στηρίζουν, επικροτούν και ανακυκλώνουν τη σαπίλα του.
Και όλα αυτά στους κάποτε Ιερούς τόπους των Ελλήνων.
Τέτοια τραγωδία ούτε ο Αισχύλος θα μπορούσε να γράψει.

Στη σήψη αυτή εμείς, οι εθνικοί Έλληνες, δεν απαντάμε με ιδεολογία, κόμμα ή συνωμοσιολογία.
Απαντάμε με ΕΠΑΝΕΛΛΗΝΙΣΗ, προσδοκώντας τον Ορθό Λόγο και την πολυπόθητη Αρετή.
Και για να μην παρεξηγηθούμε: η Επανελλήνιση είναι αξίωση, όχι προς τρίτους, αλλά προς τον ίδιο μας τον εαυτό, την χυδαιότητα που εμφύτευσαν μέσα μας όταν υπήρξαμε εμείς 5χρονα παιδιά.
Ώστε από την στάχτη της να ξαναγεννηθεί ο Έλληνας άνθρωπος.


 

31.03.2020

Die Götter in unseren Träumen

Selten hören wir von Menschen, die berichten, in ihren Träumen diesen oder jenen Gott gesehen zu haben. Manche sehen darin lediglich einen Beweis für die Bilderkraft der menschlichen Psyche, andere ein göttliches Zeichen. Dass dieses Thema selten öffentlich diskutiert wird, liegt daran, dass es eine persönliche Erfahrung ist, die nur für den einzelnen Menschen Bedeutung hat. Ein solcher Traum, die Erscheinung eines Gottes, geht nur diesen einen Menschen und vielleicht seine Familie etwas an; er übermittelt eine Botschaft, eine Information oder Rat, den dieser Mensch braucht oder die Lösung für ein Problem, das ihn gerade beschäftigt. Ein solcher Traum ist nicht ein Zeichen dafür, dass dieser Mensch etwas besonderes ist, macht ihn nicht zu einem religiösen Anführer oder «Propheten», zumal es im Hellenismos keine Propheten, keine Prediger und keine Missionare gibt. Im Kult wird den Göttern geopfert, nicht gepredigt. Der Mensch, der einen solchen Traum erhalten hat, wird nicht zum Verkünder eines göttlichen Willens noch muss er irgend eine Art von «Zeugnis» ablegen. Wie schon gesagt, es ist eine sehr persönliche Erfahrung, die nur diesen Menschen betrifft. Solche Träume berechtigen zu gar nichts: sie verleihen keine Autorität, keine Macht, keine Botschaft, die verkündet und von allen befolgt werden müsste.

Es ist eine sehr persönliche Erfahrung, zum einen, weil Träume persönlich sind, und zum anderen deshalb, weil solche Träume einen Rat oder eine Botschaft an den Träumenden übermitteln. Wir beten zu den Göttern, wir bitten sie, die Heroen oder die Ahnen um Hilfe oder Rat in einer Angelegenheit, die uns sehr wichtig ist und die wir aus eigener Kraft nicht bewältigen können. In einer natürlichen Welt tritt die Hilfe auf natürliche Weise in Erscheinung, ohne Lichteffekte oder eine bezwingende Art, die den Menschen überwältigt und seinen Willen bricht. Die Götter sind sich ihres Seins bewusst und müssen sich nicht beweisen. Sie sind nicht auf die Sterblichen angewiesen.

Wie auch immer wir solche Träume bewerten mögen, es ist klar, dass sie kein «Argument» sind, in Diskussionen kein «Recht» verleihen oder uns über andere Menschen erheben. Wenn wir der Meinung sind, einen solchen Traum erhalten zu haben, sollten wir ihn in Bescheidenheit annehmen und den Göttern dafür danken, aber nicht damit hausieren gehen. Solche Erlebnisse sind sehr intim. Daher sollten wir gut überlegen, wie wir damit umgehen wollen.

Träume, in denen Götter oder Ahnen vorkommen, können auch eine Antwort auf ein Gebet oder eine Frage sein. Ob eine Bitte angenommen und wie sie beantwortet wird, liegt allein bei den Göttern. Wir sollten ihren Willen respektieren und auf ihre Weisheit vertrauen. Wenn das Schicksal oder die Notwendigkeit es erlaubt, werden die Götter uns helfen. Wann und wie sie uns allerdings helfen wollen, liegt wiederum ganz bei ihnen.

Es gibt auch andere Fälle, in denen Menschen von den Göttern träumen können, etwa, um Selbsterkenntnis zu erlangen oder um Weisheit oder Zeichen von den Göttern, Anleitung, Führung, Beistand, selbst dann, wenn keine große Not vorliegt. In den Tempeln des Asklepios haben die Menschen geträumt, wie der Gott sie besucht und geheilt hat oder wie er ihnen sagte, welche Behandlung die richtige für ihr Leiden ist. Auch das gehört zum Hellenismos. Menschen, die die Götter suchen und die Angleichung an ihr Wesen durch die Praxis der Arete, können ebenfalls Träume oder Zeichen von den Göttern, Daimonen etc. erhalten. Wie schon gesagt, es ist eine sehr persönliche Erfahrung, ein Geschenk, das in Ehren gehalten werden sollte. Und auch wenn diese Erfahrung für die Gemeinschaft nicht relevant ist, kann sie den Einzelnen tief in seiner Seele berühren und sein Innerstes wandeln.

28.03.2020

Theocracy and fanaticism in Greece


Greece is, more than ever, in desperate need of enlightenment.

This footage from a country many Greeks call justly Western Iran, reminds us why theocracy must fall. If the orthodox theocracy continues to exist, there will be no well-ordered society or religious tolerance in Greece, not now, not ever.

15.03.2020

Die Olympischen Spiele, die keine sind

In den letzten Tagen wurde viel über die «Olympischen Spiele 2020» und die «Feuerzeremonie» im antiken Olympia berichtet. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um es ein für alle Mal klarzustellen: diese Scharade, die wir oben im Video sehen, hat nicht das Geringste mit der hellenischen Kultur zu tun. Auch wir Hellenen lieben das Theater, aber unsere Zeremonien sind keine Theateraufführungen, unsere Priester sind Priester und keine Schauspieler, der Kult der Götter ist keine Aufführung. Unsere Olympischen Spiele haben mit den «Olympischen Spielen» der sogenannten Neuzeit nichts gemein. Die echten Olympischen Spiele waren in erster Linie religiöse Veranstaltungen zu Ehren des Zeus, wobei die Wettkämpfe auch soziale Funktionen erfüllten. Die modernen «Olympischen Spiele» sind einfache Sportereignisse, ohne jeden Hauch von Sakralität oder Frömmigkeit (eusebeia).

Diese Reenactment-Show, die sie alle vier Jahre abziehen, mit ihren ihren Models oder Schauspielern, den ungeweihten Flammen und leeren Hymnen (ohne Opfergaben), ist dem Original, das sie angeblich nachahmt, völlig fremd. Deshalb führt sie zu ästhetisch zweifelhaften Resultaten, um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen. Sie hätten diese Spiele niemals nach den Olympischen Spielen benennen dürfen. Aber das ist Schnee von gestern, schließlich können wir nicht die Vergangenheit ändern. Es ist die Gegenwart, die wir verändern können und ändern müssen. Institutionen einer besiegten Kultur durch die Gassen der Welt zu ziehen, indem sie entkernt und in ihr Gegenteil verkehrt werden, oder zu kommerzialisieren und dabei ein antikes Heiligtum zu missbrauchen, ehrt weder die Organisatoren noch die Teilnehmer. Wenn die Verantwortlichen für diese Veranstaltung die hellenische Kultur auch nur ansatzweise respektieren, sollten und müssen sie ihre Spiele umbenennen.

Denn diese Spiele sind vieles, nur nicht olympisch.

Olympic Games that are not Olympic


There has been a great deal of comments in recent days on the «Olympic Games 2020» and the «Lighting ceremony» in ancient Olympia. I would like to take this opportunity to make once and for all clear: this charade has nothing to do with Hellenic culture. We Hellenes like theater, but our rites are not theatrical performances, our priests are real and not actors, the cult is not a show. Our Olympic Games have nothing to do with the «Olympic Games» of the modern era. Our Olympic Games were mainly religious festivals to honor Zeus and reduce tensions/aggression between the Hellenic Poleis or tribes. Modern «Olympic Games» are mere sporting events without any element of sacredness or piety (eusebeia).

This reenactment show they play ever four years, with their models – actors, their profane flames and empty hymns (without sacrifices) is totally alien to the original. That’s why it leads to aesthetically questionable results, not to use another expression. They should never have called this thing «Olympic Games.» But that’s yesterday’s news, after all, we cannot change the past. It is the present that we can and must change. Dragging institutions of a defeated culture through the mire by transforming them into their opposite, or commercializing them, while abusing an ancient sacred place, does not honor neither the organizers nor the participants. If those responsible for the Games respect Hellenic culture, at least a little, they should and must rename them.
They are obviously not Olympic.

Ολυμπιακοί Αγώνες που δεν είναι ολυμπιακοί


Τις τελευταίες μέρες έχουν υπάρξει πολλές παρατηρήσεις σχετικά με τους «Ολυμπιακούς Αγώνες 2020» και τη «τελετή αφής της φλόγας» στην αρχαία Ολυμπία. Θα ήθελα να εκμεταλλευτώ αυτή την ευκαιρία για να ξεκαθαρίσω μια και καλή τα πράγματα: αυτή η κωμωδία που βλέπουμε στο βίντεο δεν έχει καμία σχέση με τον ελληνικό πολιτισμό. Μας αρέσει το θέατρο, αλλά οι τελετές μας δεν είναι θεατρικές παραστάσεις, οι ιερείς μας είναι ιερείς και όχι ηθοποιοί, η λατρεία των θεών δεν είναι αναπαράσταση. Οι δικοί μας Ολυμπιακοί Αγώνες δεν έχουν καμία σχέση με τους «Ολυμπιακούς Αγώνες» της σύγχρονης εποχής. Οι αληθινοί Ολυμπιακοί Αγώνες ήταν κυρίως θρησκευτικές εκδηλώσεις προς τιμήν του Δία αλλά εκπλήρωναν επίσης κοινωνικές και πολιτικές λειτουργίες. Οι σύγχρονοι «Ολυμπιακοί Αγώνες» είναι απλοί αθλητικοί αγώνες χωρίς κανένα ίχνος ιερότητας ή ευσέβειας.

Αυτή η αναπαράσταση που διοργανώνουν κάθε τέσσερα χρόνια, με τα μοντέλα ή τους ηθοποιούς τους, τις ακαθαγίαστες φλόγες και τους κενούς ύμνους (χωρίς προσφορές) είναι παντελώς ξένη προς το πρωτότυπο που τάχα μιμείται. Γι' αυτό οδηγεί σε αισθητικά αμφισβητήσιμα αποτελέσματα, για να μη χρησιμοποιήσω άλλη έκφραση. Ποτέ δεν έπρεπε να ονομάσουν τους αγώνες τους «Ολυμπιακοί Αγώνες». Αλλά ό,τι έγινε έγινε, δεν μπορούμε να αλλάξουμε το παρελθόν, όμως μπορούμε και πρέπει να αλλάξουμε το παρόν. Το να σέρνουν  θεσμούς ενός ηττημένου πολιτισμού στα σοκάκια του κόσμου και να τους εμπορευματοποιούν, μεταβάλοντας τους στο ακριβώς αντίθετο τους και καταχράζοντας έναν αρχαίο ιερό τόπο, δεν τιμά ούτε τους διοργανωτές ούτε τους συμμετέχοντες. Αν οι υπεύθυνοι των αγώνων σέβονται τον ελληνικό πολιτισμό, έστω και λίγο, πρέπει να μετονομάσουν τους Αγώνες τους.
Δεν είναι Ολυμπιακοί Αγώνες.


06.01.2020

Das Problem «Westen»

Wir hören und sehen in den letzten Tagen, wie Australien brennt, eine halbe Milliarde Tiere in den Flammen ihr Leben verloren haben, sechs Millionen Hektar Land verbrannt sind. Doch der australische Premierminister Scott Morrison, ein Freund der fossilen Industrie, denkt nicht daran, eine Kehrtwende einzuleiten. Im Gegenteil. Doch in anderen Orten der Welt sieht es nicht unbedingt besser aus. Wir sehen die gleiche Ignoranz, Unreife, zum Teil auch Verlogenheit. Es wird alles gesagt, getan, versprochen, damit wir weiterhin am Kapitalismus festhalten können, obwohl dieser das Weltsystem aus den Angeln hebt. Es ist wie mit jeder anderen Religion: Neue Erkenntnisse werden rationalisiert, Probleme bagatellisiert, ein Aktionspaket vorgestellt, dass die Gemüter beruhigen und den Weg in den Abgrund weniger holprig gestalten soll. Hauptsache wir können unser falsches Leben weiter leben, zumindest noch ein paar Jahre.

Der Westen hat damit angefangen, viele andere sind ihm gefolgt. Es sind die Industriestaaten, die dem Planeten, der gesamten Bio- und damit auch der Ethnosphäre massiven Schaden zufügen. Trotz aller Warnungen, aller Zeichen, stellen sich viele Menschen auf stur, erklären die Gefahren weg, rationalisieren eine Wirtschaft, die sich zum Krebsgeschwür des Planeten entwickelt hat, um weiterhin leben zu können, wie sie leben wollen: auf Kosten des natürlichen Gleichgewichts. Was ist schon dabei, wenn Seen austrocknen, Flüsse vergiften, Tiere zugrunde gehen, es geht schließlich um den Menschen, die angebliche Krone der vermeintlichen Schöpfung – und nicht um alle Menschen gleichermaßen, denn auch im reichen Deutschland gibt es Menschen, die von ihrer Arbeit oder Rente nicht leben können, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben, obwohl Deutschland seinen Wohlstand diesen Menschen verdankt, die dann im Alter oder in der Not wie Abfall behandelt werden. Ich denke, dass das Problem nicht allein der Kapitalismus ist, sondern seine Kultur: das Abendland. Dieses hat nicht allein die Natur entseelt, entheiligt, sondern alles zu einem Finanzprodukt pervertiert, was Leben überhaupt erst möglich macht, sogar das Wasser. Schauen wir auf das Gebaren des Abendlandes, sein Sendungsbewusstsein, seine messianische Politik, die anderen Ländern «Demokratie» und «Marktwirtschaft» beibringen, gar aufzwingen möchte, seine Wirtschaftsverfassung, sein Selbstverständnis und seine momentane Untätigkeit, zu der auch Klimapakete gehören, die unser aller Intelligenz beleidigen und nur die normalen abhängig Beschäftigten belasten, und hysterische Protestbewegungen, die viel über Konsum und Klima schwadronieren, jedoch die Wirtschaftsverfassung unangetastet lassen, überkommt einem eine Abscheu gegen diese Lebensweise, die Verderben und allerlei Perversionen über den gesamten Globus bringt. Eine dieser Perversionen ist der Ökonomismus, der aus Menschen Konsumenten, aus Arbeitern Lohn-, aus Rentnern Renten- und aus Arbeitslosen Staatskosten macht. Wir können froh sein, dass wir noch unsere Namen behalten dürfen und nicht eine Nummer auf unserer Stirn tragen müssen. Wenn wir uns jedoch die Barbarei anschauen, in der wir leben, wählen und atmen, dürfte auch dieses Privileg bald der Vergangenheit angehören; vielleicht landet auch dieses Gut auf dem Markt, damit es allein den «Leistungsträgern» zur Verfügung steht, wie auch gute Bildung, Gesundheit und alles andere, was die Zivilisation auszeichnet.

Von allen Verbrechen des Parlamentarismus, allen Ekelphänomenen des Kapitalismus, allen Schandtaten des Westens und der anderen Länder, die seinem Irrsinn gefolgt sind, ist die Vergiftung der Natur, die Vernichtung der Lebensgrundlage der Tiere, die Verelendung nicht-kapitalistischer Länder (entweder durch Ausbeutung mittels «Entwicklungshilfen» oder Freihandelsabkommen) das allergrößte Verbrechen, gegen das sich bisher kein nennenswerter Widerstand geregt hat. Denn auch Bewegungen wie «Fridays for Future» wollen nur Druck erzeugen, auf die Politik, die Wirtschaft, damit diese endlich etwas gegen «das Klima» unternehmen, als ginge es allein um das Klima, nicht um die Umwelt. Die Bewegung erinnert an ein Kleinkind, das quengelt, schreit und um sich schlägt, damit ihm Mama endlich die Milch gibt. Wenn wir von der Politik oder das, was sich in der Moderne Politik nennen will, eine Veränderung, zum Beispiel den Schutz der Umwelt fordern bzw. erwarten, dürfen wir auch von der Mafia erwarten, dass sie sich selbst anzeigt und vor Gericht bringt. Das wahre Problem liegt nicht irgendwo da draußen, bei den Wirtschaftsbossen, den Politikern, die auch nur Produkte der jetzigen Kultur und politischen Propaganda sind (ohne sie in irgend einer Weise damit freisprechen zu wollen), sondern bei uns, konkret: in unseren Köpfen. Nur wenn sich hier etwas verändert, wird sich da draußen wirklich etwas verändern. Das klingt vielleicht etwas verträumt, naiv oder dumm, doch ändert sich unser Bewusstsein, werden wir uns mit den Abfallprodukten des Parlamentarismus, dem Kapitalismus und irgendwann auch mit dem Abendland nicht mehr zufrieden geben, Parteien nicht mehr auf den Leim gehen, alles und jeden in Zweifel ziehen, Parlamente, Verfassungen, den Parlamentarismus und seine Gehirnwäsche überwinden und vielleicht, vielleicht, eines fernen Tages die Demokratie, den Bürger, die selbstregierte Gesellschaft und die Vernunft wieder entdecken, den Menschen aufrichten und Mensch sein lassen. Wenn das geschehen ist, wird die Entdeckung der Lösungen für die Probleme, die uns der Parlamentarismus und Kapitalismus eingebrockt haben, die auch nur «Emanationen» des Abendlandes sind, zum Greifen nahe sein.

Doch, so meine ich, wird auch das nicht reichen, nicht genug sein, wenn wir uns nicht an das Fundament des Abendlandes, seinen «Anker» in unseren Köpfen ranwagen. Das ist der Monotheismus. Dieser ist nicht nur Religion, in ihrer klassischen oder säkularisierten Form, sondern auch Politik, Kultur, Wirtschaft. Das dürfen wir nie vergessen. Wenn wir von Monotheismus sprechen, sprechen wir über eine Denk- und Seinsweise, die viele Gesichter kennt, die, so unterschiedlich sie auch scheinen mögen, durch den Gedanken des menschlichen Exzeptionalismus, der Entheiligung der Natur, ihrer Degradierung zu einer «Schöpfung» eines persönlichen Gottes und der Weisung «Macht euch die Erde untertan» geeint werden. Die Alternative zu diesem System und seiner Kultur müssen wir nicht im Nahen oder Fernen Osten suchen, denn sie befindet sich bereits jetzt unter unseren Füßen, vor uns, über uns. Es ist die Wiederentdeckung der europäischen Traditionen, Wertesysteme und Religionen, wobei hier keiner photographischen Reproduktion einer undefinierten «Antike» das Wort geredet wird, sondern die Revitalisierung dieser Traditionen als lebendige Bezugssysteme, die Wiederentdeckung Europas vor der monotheistischen Besatzung, um aus der Weisheit, der Erfahrung und den Fehlern jener zu lernen, die vor uns auf diesem Kontinent gelebt haben, lange Zeit, bevor die Jünger einer fremden, lebensfeindlichen Religion ihre Heiligtümer und Dörfer niederbrannten, lange Zeit, bevor Karl «der Große» sein Abendland auf den Leichenbergen der Europäer errichtete. Es wäre der Weg zu einer lebensgerechten Seinsweise, zu einem kollektiven und individuellen menschlichen Verhalten, das sich der Natur anpasst, einer Wirtschaft, die sich dem Planeten und den Bedürfnissen seiner Lebewesen anpasst, einer Gesellschaft, die die Bedürfnisse der Mehrheit über den Wünschen und Begierlichkeiten von einzelnen Individuen stellt, gute Pflege statt Rendite garantiert, einer Politik, die genau das ist: Politik, d.h. Beschäftigung mit den öffentlichen Angelegenheiten zum Vorteil der ganz großen Mehrheit, anstatt der Beschäftigung mit Ideologien, Parteien, Parlamenten und Gesetzen zur Mästung der Reichen. Eine neue Kultur, eine neue Wirtschaft, die Wiederentdeckung der Politik, des politischen Menschen, der Gemeinschaft, des Humanismus, der Demokratie, der Wiederaneignung unseres Geistes. Ein Neubeginn für alle, Mensch, Tier, Natur. Noch ist es nicht zu spät.